Michael P. Weingartner

1917 bis 1996 - eine Werkschau


12. Juni bis 8. August 2021

Der Neue Pfaffenhofener Kunstverein e. V. organisiert im Auftrag der Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm eine große Ausstellung zu Michael P. Weingartner.


Anlässlich des 25. Todestags des Pfaffenhofener Malers, Mosaizisten bekannten Vertreters sakraler Decken- und Wandmalerei wird erstmalig in der Kunsthalle Pfaffenhofen im Sommer 2021 die größte Anzahl an Werken des Künstlers präsentiert.


Überregional bekannt ist Michael P. Weingartner als sogenannter Kirchenmaler. Er hat er in der Sakralmalerei nach 1945 entscheidend mitgewirkt und weit über seine Heimatstadt hinaus, in den Norden bis Aachen, in den Westen bis Freiburg, in den Südosten bis ins österreichische Benediktinerstift Lambach, eine so große Anzahl an Kirchenräumen und Profanarchitektur ausgestaltet. Auch in und an öffentlichen und privaten Gebäuden sind seine Arbeiten zu finden.


Michael P. Weingartner, Pfaffenhofen

Zu seinen bekannten Meisterstücken in seiner Heimatstadt Pfaffenhofen zählen die Deckengemälde und Mosaike der Spitalkirche Hl. Geist, er arbeitete im Kloster Scheyern und in vielen Kirchen des Landkreises Pfaffenhofen – von Affalterbach bis Wolnzach. Dazu sind hunderte Bilder in altbewährten Bildgattungen der Kunstgeschichte wie Blumenstillleben, Blumenstücke, Interieurs, Architekturstücke und Landschaftsmalerei entstanden. Er bildete konkrete, existierende Gegenden ab, entweder die seiner Heimat, Hopfengärten und Dörfer der Holledau, oder diejenigen seiner beruflichen Touren und Reisen, Seestücke vom Chiemsee, Berg- und Alplandschaften Österreichs. Er malte immer vor der Natur, entweder Pleinair oder in seinen Ateliers.


Er setzte Farbe sowohl als Ausdrucksträger als auch als form- und raumschaffendes Mittel ein und war experimentierfreudig. Weingartner war kein klassischer Porträtist im Sinne eines Auftragsmalers. Dass er die Porträtkunst aber von Anfang an beherrschte, davon zeugen seine Aquarelle mit eindringlich festgehaltenen Gesichtern, die während seiner Kriegsjahre, vor allem an der Ostfront, entstanden sind. Über die Jahre entstanden vereinzelt einige weitere Porträts und vor allem wichtige Selbstbildnisse. Diese malerischen Dokumente zeugen von seinem Selbstbewusstsein als Künstler und dem tiefen Bedürfnis, seine Künstlerschaft zu manifestieren.



Die Ausstellung umfasst eine bis jetzt noch nie gezeigte Auswahl seiner Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen und spürt einer Künstlerpersönlichkeit mit überregionalem Wirkungsbereich nach, die ansonsten immer mehr in Vergessenheit geraten würde. Zu sehen sind Werke aus allen Schaffensphasen, neben Gemälden auch die Hinterglasbilder, die er zahlreich anfertigte und für die er technische Experimente wagte.


Weingartners Malerei ist sicherlich vor allem dem Expressionistischem verpflichtet, ausdrucksstark, weniger detailverliebt, dafür kraftvoll und auf Wirkung ausgerichtet. Doch beinhaltet sein Werk auch Bildnisse von ruhig dasitzenden, einfachen Menschen aus seiner Umgebung, geübte Akte, feine Aquarelle, flirrende, impressionistische Landschaften, sachliche Blumenstilleben, zur Abstraktion neigende Hinterglasbilder voller Leuchtkraft, klassische Tuschemalerei und farbintensive magische Landschaften, in denen er Anleihen der klassischen Moderne verarbeitete.


Die meisten Werke stammen von privaten Leihgebern aus Pfaffenhofen, dem gesamten Landkreis und darüber hinaus. Aus München, Andechs, Olching, Penzberg, Bad Heilbrunn, Stuttgart, aus den Kunstsammlungen der Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm, des Landratsamtes Pfaffenhofen a. d. Ilm, der Sparkasse Pfaffenhofen, vom Krieger- und Soldatenverein Pfaffenhofen, dem Kloster Scheyern, dem oberösterreichischen Stift Lambach (tbc) und der Dietmar-Zumpf-Stiftung.


Die Ausstellung bietet einen umfassenden Überblick zum Werk von Michael P. Weingartner, der 1989 für sein umfangreiches und bedeutendes Schaffen das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten hat.


Zur Weingartner-Ausstellung erscheint ein Katalog mit vielen Abbildungen, einer Biografie und einer kunsthistorischen Bearbeitung von Weingartners Werk, die weit über die bisherigen Berichte hinausgehen. Es eröffnet einen Blick auf die Kunst und die Künstlerpersönlichkeit Weingartners und skizziert die Entwicklung eines Kunstmarktes in einer bayerischen Kleinstadt.

Diese Ausstellung findet in Zusammenarbeit von Stadt Pfaffenhofen und Neuer Pfaffenhofener Kunstverein e. V. statt.


Ort:

Kunsthalle Pfaffenhofen a. d. Ilm

Ambergerweg 2


Ausstellungszeitraum:

Sa. 12. Juni bis So. 8. August 2021


Eröffnung + Kultursommereröffnung:

(TBD)


Öffnungszeiten:

Do – So / Feiertage, 15 – 18 Uhr (Änderungen vorbehalten)

Tickets und Anmeldung

Neuer Pfaffenhofener Kunstverein e. V.
Scheyerer Straße 17
85276 Pfaffenhofen a. d. Ilm

T 08441 7836342

F 08441 8710912

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