Deutschlandpremiere „Alice Bhattis Himmelfahrt”

Lesung mit Mohammed Hanif


7. Mai 2012

Kunstverein holt Starautor Hanif zur Deutschlandpremiere in die Kulturhalle (Kunsthalle)

Karachi–Pfaffenhofen, das scheint eine ideale Verbindung zu sein. Zum zweiten Mal nach 2009 kam der pakistanische Bestsellerautor Mohammed Hanif in die kleine Stadt in Oberbayern, um gemeinsam mit seinem Schriftstellerkollegen Steffen Kopetzky ein Buch vorzustellen.


Diesmal war es sein zweiter soeben erschienener Roman „Alice Bhattis Himmelfahrt” aus dem der ehemalige Luftwaffen-Pilot und jetzige BBC-Korrespondent gemeinsam mit Kopetzky in der Kulturhalle des Neuen Pfaffenhofener Kunstvereins las. Und weil dies gleichzeitig auch die Deutschlandpremiere für den brisant-witzigen Roman über Fanatismus, Willkür und patriarchale Strukturen, aber auch über die zweite Chance, Selbstbehauptungswillen und Liebe war, kam der A1 Verlag, der schon Hanifs Erstling „Eine Kiste explodierender Mangos” mit großem Erfolg verlegt hatte, in Mannschaftsstärke mit nach Pfaffenhofen.


Eine Liebesgeschichte habe er schreiben wollen, Boy meets Girl, doch dann habe die Figur der christlichen Krankenschwester aus der Kaste der Dalits (Unberührbare), inspiriert durch eine Begegnung mit einer „nurse”, die seine kranke Mutter umsorgte, ihm auch die Geschichte des Schicksals der Frauen in Pakistan eingegeben, die an „jeder Straßenecke für Wechselgeld zu haben sind”, erklärte Hanif im Gespräch mit Kopetzky.


Nach der eindringlichen deutsch-englischen Lesung, bei der die zahlreichen Zuschauer viel über Pakistan, den Alltag in Karachi und Hanifs Arbeitsweise erfuhren, der auch in seiner Heimat für seine kritischen und humorvollen Bücher gefeiert wird, ging es für ihn weiter nach Basel. Am 09.05.2012 stellt der „zornige Humanist”, wie Sigrid Löffler Hanif einst nannte, seinen Roman über den sehr irdischen Engel Alice Bhatti noch in Berliner Haus der Kulturen der Welt vor.


Pressestimmen zu „Alice Bhattis Himmelfahrt”:

„Alice Bhattis Himmelfahrt” ist eine zutiefst dramatische und tragische Komödie. die wie sein erster Roman bisweilen ins Surreale wechselt ... Mohammed Hanif ist ein aufmerksamer Beobachter. Seine Sympathie gilt den Ausgegrenzten und Unterdrückten. Sein großes Verdienst ist es, nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit großer menschlicher Empathie und viel Humor an die gesellschaftlichen Widersprüche heranzugehen.

Gerhard Klas, WDR


„Bemerkenswert an Hanifs Darstellung ist die raffinierte Fusion von Realismus und comichafter Überzeichnung. Auf den ersten Blick legt sich der surreale Firnis scheinbar schützend zwischen den Leser und die Schilderung: Wie der Reiter auf dem Bodensee lässt man sich von Spannung und Neugier flott durch die Erzählung ziehen, von der hier nur der zentrale Strang beleuchtet wurde – und merkt vielleicht erst nachträglich, dass dieser Firnis nichts anderes als ein ziemlich blankes Fenster auf die in der Heimat des Autors herrschenden Missstände war.”

Angela Schader, Neue Zürcher Zeitung