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2024 - NOCH MAL LEBEN - Von der Unglaublichkeit des Endlichen

Walter Schels, Beate Lakotta, Christofer Kochs


Eine Kooperation des Hospizvereins Pfaffenhofen

mit dem Neuen Pfaffenhofener Kunstverein

 

Vernissage am Freitag, den 30.August 2024, um 19.00 Uhr

Ausstellung von 31. August bis 28. September 2024

in der Kunsthalle Pfaffenhofen 


© Walter Schels, Cao

Die Ausstellung präsentiert ein Projekt des Fotografen Walter Schels und der Journalistin Beate Lakotta, in Beziehung gesetzt zu Bildern und Skulpturen des Künstlers Christofer Kochs. Kaum etwas bewegt Menschen so sehr wie die Begegnung mit dem Tod. Doch gleichzeitig geschieht heute kaum etwas so verborgen wie das Sterben. Herausgelöst aus Familienleben und Alltag gehört es zu den letzten Tabus in unserer Gesellschaft. Gelegenheiten, etwas über das Sterben zu erfahren, sind selten geworden. Vielleicht rührt daher auch eine allgemeine Verunsicherung im Umgang mit diesem eigentlich sehr natürlichen Vorgang.

 

Über zwei Jahre hinweg arbeiteten Walter Schels und Beate Lakotta an diesem Projekt. Der Fotograf und die Journalistin baten unheilbar Kranke, sie in ihren letzten Tagen und Wochen begleiten zu dürfen. Alle waren einverstanden, sich kurz vor und unmittelbar nach dem Tod porträtieren zu lassen. Aus diesen Begegnungen entstanden einfühlsame Schilderungen und Fotos von Menschen am Ende ihres Lebens. Die Texte berichten von den Erfahrungen, Ängsten und Hoffnungen der Sterbenden und lassen sie noch einmal zu Wort kommen.

 

„Mit diesem Projekt ist es gelungen, Licht auf das Thema zu werfen, das in der menschlichen Erfahrung vielleicht am meisten untersucht werden sollte und sicherlich am meisten verdunkelt ist: das große Mysterium des Todes selbst. Und es ist ein Mysterium, das überall auf der Welt von gleicher Bedeutung ist.“ Joanna Moorhead, Guardian

 

Seit 20 Jahren wird die Ausstellung NOCH MAL LEBEN international gezeigt und kommt nun nach Pfaffenhofen an der Ilm, anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Hospizvereins Pfaffenhofen. In Kooperation mit dem Neuen Pfaffenhofener Kunstverein werden die großformatigen Schwarzweißfotografien erstmals kombiniert mit Gemälden und Skulpturen des Künstlers Christofer Kochs und in den Dialog gesetzt. Dieser erschafft eigens für diese Ausstellung eine Serie von neuen Bildern, ergänzt durch bestehende Arbeiten. 

© Christofer Kochs, schwarzer Tag

Christofer Kochs beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit dem menschlichen Sein und insbesondere mit den Übergängen der Veränderung. Dabei ergründet er die Schwellen und Etappen, den schleichenden Transit im Fortgang des Lebens. Ausgangspunkt seiner figurativen Arbeiten sind fundamentale Überlegungen über die flüchtige Existenz und deren Wirkraum. Dabei arbeitet Christofer Kochs mit verschiedenen Bildsprachen - erzählt also nicht linear, sondern mischt Gegenständlichkeit mit Abstraktion und erwirkt damit eine assoziative Bildsprache, die den Betrachter einlädt, die Bilder als Erfahrungsraum zu erfassen, in dem er seine eigene Existenz einbringen kann.

 

Dazu Prof. Lothar Romain „Wie häufig haben wir der Malerei schon ihren endgültigen Tod bescheinigt, weil es angeblich nichts Neues mehr zu malen gebe. Das kommt auf die Definition von neu an. Mit den Zeiten und unserem Bewusstsein verändern sich auch immer wieder die Bilder. Diese hier artikulierten Szenarien des Möglichen auch als eine notwendige Alternative zum Virtuellen. Sie sind nicht, wie man von den neuen Medien sagt, zeitbasiert, sondern thematisieren Zeit, indem sie vor Augen in Schwebe halten, was wir als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur als Folge erleben können.“

 

Walter Schels (*1936) beschäftigt sich wie kaum ein anderer Fotograf seiner Generation mit Extremsituationen menschlichen Lebens. Bekannt wurde er mit Porträts von Prominenten wie Angela Merkel, Yehudi Menuhin, Andy Warhol, Joseph Beuys und dem Dalai Lama. Seine Fotoarbeiten haben ihm den Ruf eines nachdenklichen Existenzialisten auf dem Gebiet der zeitgenössischen Porträtfotografie eingebracht.

 

Beate Lakotta (*1965) ist Autorin und Herausgeberin mehrerer Bücher und war mehr als zwei Jahrzehnte Reporterin beim Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL.

 

Christofer Kochs (*1969) beschäftigt sich als Maler, Grafiker und Bildhauer mit den grundsätzlichen Bedingungen und überzeitlichen Fragestellungen der menschlichen Existenz. Seine Werke wurden international gezeigt und vielfach mit Preisen gewürdigt.

 

Die Ausstellung wird kuratiert von Prof. Gottfried Müller. 

© Christofer Kochs, Anwesenheit der Abwesenheit

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