Oliver Mark – Portraits

Ausstellung

25. März bis 10. April 2011

Seit langem bekannt und verblüffender Weise immer wieder zutreffend: das Jeder-kennt-jeden-über-sechs Ecken-Gesetz. Abkürzen lässt sich dies freilich, in dem man gleich Oliver Mark fragt. Der 1963 in Gelsenkirchen geborene Fotograf hatte sie nämlich alle vor der Linse: die Schönen und die Mächtigen, die Kreativen und die Manager, die Reichen und die Lebenskünstler. Das Marksche Portfolio ist beindruckend umfangreich, besticht durch eine unverwechselbare Handschrift und liest sich wie das „Who is Who”: Joschka Fischer und Angela Merkel, Tom Hanks und Iris Berben, Benazir Bhutto und Karl-Theodor zu Guttenberg, George Tabori und Boris Becker, Max Raabe und Marilyn Manson.
Eine Auswahl der Fotos von Oliver Mark, die, oft stark inszeniert – die Guttenbergs zum Beispiel sind auf einem lebensgroßen, liegenden Dinosaurier abgelichtet – eine beindruckende Nähe zum Porträtierten herstellen, zeigte der Neue Pfaffenhofener Kunstverein vom 25. März bis zum 10. April 2011 in seinem Domizil am Bahnhof. Seit fast 15 Jahren fotografiert Mark für Medien wie Stern, Zeit Magazin, Rolling Stone, Time Magazine, Vogue u. a. und zeigt bekannte Gesichter in unverbrauchten Posen. Jedes Foto ist Ausdruck des gegenseitigen Respekts zwischen dem Kamerakünstler und dem Prominenten, ein Balanceakt zwischen Regie und Kontrollverlust und so bereitet sich Mark auch akribisch auf jedes Shooting vor, recherchiert die Biographie des zu Porträtierenden, versucht Zusammenhänge zu finden zwischen der Person und dem Ort, an dem das Bild entstehen soll. Oft ist der erste Eindruck der wichtigste. Mit „Hi I am Tom and I am famous” begrüßte einst Tom Hanks Oliver Mark, der prompt antwortete: „Hi I am Oli and I am working on it.” Das Ergebnis waren lockere, humorvolle Bilder.
Oliver Mark, der im Alter von 9 Jahren seine erste Kamera geschenkt bekam, gibt Vorlesungen und Workshops für das Bundespresseamt, die Fachhochschule Dortmund/University of Applied Sciences. 2008 bekam Mark für „Ich, Knut”, einem Titelbild für die „Vanity Fair”, den LeadAward in Silber für das Cover des Jahres. Oliver Mark stellt regelmäßig aus, im vergangenen Jahr bei der „Zeit”-Ausstellung „Ich habe einen Traum” und bei „Schöne neue Welt” des BFF. 2009 erschien eine Werkmonographie bei Hatje Cantz.

»Ihm gelingt es, kleine Gesten und echte Emotion ins Bild zu rücken und uns stets die Prominenz so zu zeigen, wie wir sie noch nie gesehen haben.« fotoMAGAZIN