1. Nacht der jungen Literatur in Pfaffenhofen

Lesung mit den Autoren Benedict Wells, Reinhard Kaiser-Mühlecker
und Thomas von Steinaecker

9. Oktober 2009

Dass man in Krisenzeiten mit guten Konzepten und ebensolchen Partnern auch als mittelständische Buchhandlung einer Kleinstadt erfolgreich Literatur präsentieren kann, bewies die 1. Nacht der jungen Literatur in Pfaffenhofen. Drei bekannte Autoren, die ihre neuen Romane vorstellten, ein Moderator, der selbst zwei gefeierte Lyrikbände herausgebracht hat, ein Kulturreferent, der eigentlich Schriftsteller ist und ein unveröffentlichtes Jungtalent. Bei der Literaturnacht wimmelte es von Literaten und rund 200 Zuschauer (darunter Diogenes-Vertreter Mario Max, Irmgard Koch vom Modern Studio Freising sowie der 1. Bürgermeister Thomas Herker) hatten sich ebenfalls in der 800 Quadratmeter großen ehemaligen Maschinenhalle eingefunden. Spinner, Magdalenaberg und Schutzgebiet hießen die Werke, aus denen vorgetragen wurde und sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Verbindend für die Autoren Benedict Wells, Reinhard Kaiser-Mühlecker und Thomas von Steinaecker war allein die gemeinsame Bühne sowie ihre Beziehung – durch Verwandte, Freunde oder gar Lehrer - zur Stadt Pfaffenhofen. Moderiert wurde die Lesenacht, die gemeinsam von der Stadt, dem Neuen Pfaffenhofener Kunstverein sowie der Buchhandlung Pesch organisiert wurde, von Lyriker und Literaturkritiker Nico Bleutge. Nach der 18-jährigen Lokalmatadorin Len Hawk, die einen unveröffentlichten Text über einen apokalyptischen nächtlichen Ausflug las, machte der 25-jährige Wells mit seinem turbulenten Berlin-Roman den Anfang und heimste besonders beim weiblichen Publikum etliche Lacher ein („Sie war wohl Mitte dreißig, hatte sich aber eine jugendliche Schönheit bewahrt“). Reinhard Kaiser-Mühlecker, in Österreich soeben mit dem renommierten Buch.Preis ausgezeichnet, begeisterte dann durch seinen genauen Blick und seine akribische Erzählweise. Und Thomas von Steinaecker schließlich entführte das Publikum mit einem glänzenden Vortrag in die fiktive west-afrikanische Kolonie Tola.
Roman-Autor Steffen Kopetzky, der als Vorsitzender des Kunstvereins und als städtischer Kulturreferent die Lesenacht neben der Buchhandlung Pesch zu verantworten hat, betonte gleich zu Anfang, dass die Nacht der jungen Literatur ein fester Termin in Pfaffenhofen werden soll. Wir sind gespannt aufs nächste Jahr!

Hier können Sie einen kurzen Film über die Nacht der jungen Literatur sehen.

www.pfaffenhofen.de