Der Kaiser von China

Lesung mit dem Bachmann-Preisträger Tilman Rammstedt
innerhalb der Reihe Lesezeit (Buch&Büro Pesch)

20. März 2009

Im Sturm hat der gebürtige Bielefelder Tilman Rammstedt mit einem Auszug aus „Der Kaiser von China” die Herzen und Lachmuskeln des Publikums beim Klagenfurter Lesewettbewerb 2008 erobert und wurde auch von der Jury belohnt: Der 33-Jährige erhielt den renommierten Bachmann-Preis. Sein Roman ist eine herrlich unökonomische Comicsuada. Die Geschichte des Enkels mit dem lustigen Namen Keith Stapperpfennig, der mit seinem monströsen, nicht kaputt zu kriegenden, übergroßen Großvater noch eine große Reise antreten soll. Opa will nach China, der Enkel nirgendwo hin. Atemlos ist das. Fast britisch. Sehr leicht, sehr lustig. Oder wie der Kulturspiegel lobte:“ Dieser Roman ist wie ein Film der Coen-Brüder, einer von denen mit weniger Leichen.“

Soeben wurde Rammstedt mit dem mit 12.800 Euro dotierten Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe ausgezeichnet und der Laudator Oliver Jungen von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung frohlockte: „Tilman Rammstedt ist der Hohepriester der Pointen. Die aber sind nicht einfach nur lustig, sondern narrative Zuspitzungen erster Güte. Er hat dabei nicht nur der Literatur, sondern auch seiner Heimat einen großen Dienst erwiesen: Dass Westfalen Humormangelgebiet sein soll, möchte man kaum noch glauben, wenn man einmal mit diesem Autor zu tun hatte.“